Samstag, 11. Februar 2012

Tipp (3) Impressum-Pflicht für Social Media (Twitter, Facebook, Google+ und Co)

Kaum ein Autor verzichtet auf Facebook, Twitter & Co, um seine Werke zu bewerben und den eigenen Namen im Angesicht des Herrn (Google heißt unser Götze, wer sonst?) zu positionieren. „Wie heißt Du?“ und „Was machst Du“ sind out. „Wie ist Dein Page-Rank?“ ist die Frage, die heute beim Speed-Dating darüber entscheidet, ob du mit Heidi Klums legitimer Nachfolgerin oder mit einem Merkel-Klon um die Häuser ziehen darfst.*
Wer SEO beherrscht, darf also die genetische Vielfalt unseres Planeten bereichern, während der Rest von uns den Weg des Neandertalers gehen muss? Fast. Denn der Weg zu Heidi ist steinig und gierige Trolle lauern am Wegesrand und auf ihren Keulen steht Abmahnung. Wohl dem, der Impressum auf seinem Schild trägt und dem Feind tapfer entgegen treten kann. Unbewaffnet bleibst Du nur ein weiteres namenloses Bit im Bytestrom der Evolution.

(*Ist ja gut, Mädels: Ihr dürft zwischen Joachim Löw (was findet Ihr nur an diesem Ballroller, dem damischen ...) und Wolfgang Schäuble wählen (ha, der hat gesessen!)

Der kleine Ausflug in die Satire sei demjenigen gegönnt, der sich durch juristisches Blendwerk gekämpft hat, um Sinn von Unsinn zu scheiden. Der Rest des Posts strotzt vor Ernsthaftigkeit – versprochen!

Mal wieder droht Abmahngefahr:


Impressumpflicht besteht offenbar für alle sozialen Netze und für fast alle Nutzer. Lediglich rein private geschlossene Benutzergruppen (zB familieninterne) sind ausgenommen. Schon jemand, der eine Buchrezension ins Netz stellt, seine eigenen Texte bewirbt oder sich im weitesten Sinne redaktionell betätigt, hängt am Haken. Die deutschen Gerichte scheinen bzgl. der Auslegung extrem kleinlich zu sein. Verbraucherinteressen in Ehren, aber in dieser Form profitieren vor allem sog. ‚Abmahn-Trolle’ davon. Bei Rechtsraum-übergreifenden Anwendungen wird es hierzulande mühsam. Da die meisten Social Media ihre Heimat in den USA haben, wir aber deutschen und europäischen Rechtsanforderungen genügen müssen, finden sich bei Twitter, Facebook, Google+ und Co derzeit noch keine benutzerfreundlichen Möglichkeiten, das Impressum unterzubringen. Improvisationstalent ist gefragt, um der 2-Klick-Regel Rechnung zu tragen. Google+ verweist darauf, dass im Beta-Stadium Unternehmen explizit nicht zur Zielgruppe gehören, aber auch die meisten Nicht-Unternehmer dürften nach Ansicht vieler Experten betroffen sein, und es gibt kaum ein größeres Unternehmen, das auf Social Media als Marketing-Instrument verzichtet.

Hier ein paar Tipps zur Umsetzung:

Allgemein:
Impressum im Generator einer erfahrenen Kanzlei erzeugen, dabei die Häkchen für die verschiedenen Social Media nicht vergessen (gratis und simpel), zB  http://www.e-recht24.de/impressum-generator.html
Den erzeugten HTML-Code kopieren und in der Facebook-Anleitung nutzen (s. u.).

Facebook:
Hier steht eine einfache Anleitung in 5 Schritten:

Twitter:
  • Profil bearbeiten
  • in den Standort 'Impressum:' eintragen (evtl 'für Twitter-Account' dazu setzen, weil der Nutzer sich ja nach dem Klick bei einem anderen Dienst wiederfindet)
  • unter Web einen Link auf die (umfassende) Impressumseite setzen, die man zB auf seinem Blog oder der eigenen Website bereits eingerichtet hat (für diese Impressum-Seite nutzt man den im Generator erzeugten Text)
  • abspeichern
  • in der Ansicht stehen die beiden Angaben (Impressum und Link) dann nebeneinander

Google+:
  • Profil aufrufen (Kopf im Kreis in der oberen Leiste)
  • Profil bearbeiten
  • bei 'Weitere Profile' oder 'Empfohlene Links' den Link 'Impressum' auf die Impressumseite setzen (vgl. Twitter)
  •  abspeichern

Das sind natürlich Improvisationen ohne garantierte Rechtssicherheit. Sobald die Dienste eigene Lösungen anbieten, sollte man diese schnellstmöglich nutzen.

- Oh, fast hätte ich es vergessen: Das war keine Rechtsberatung, und es wird keinerlei Gewährleistung für die Aussagen und Tipps übernommen. Wer Rechtssicherheit benötigt, sollte einen erfahrenen Medien-Anwalt kontaktieren. -

Wenn man zwei Anwälte kontaktiert, kann man sogar sicher sein, mindestens drei divergierende Meinungen zur Auswahl zu bekommen.

Bonne Chance!

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