Donnerstag, 9. Mai 2013

Filmkritik – ‚The Place Beyond the Pines’ mit Ryan Gosling, Eva Mendes, Bradley Cooper



Genre:
Crime-Drama.

Inhalt:
Luke verdient seinen Lebensunterhalt, indem er in einem kleinen Zirkus Motorrad-Kunststücke vorführt. Wie ein Hamster in seinem Laufrad rast Luke in einer kleinen Eisenkugel zusammen mit zwei Kollegen kopfüber und kreuz und quer herum. Er ist ein ‚One Trick-Pony’ – er kann fahren und sonst nichts. Während der Zirkus durch das Land reist, hat Luke Affären, u. a. mit Romina. Als Luke erfährt, dass Romina bei seinem letzten Besuch in der Stadt schwanger wurde und einen Sohn geboren hat, versucht Luke Verantwortung zu übernehmen, indem er Romina mit Geld unterstützt. Um sich zudem mehr um sein Kind kümmern zu können, gibt Luke seinen Job auf und ‚verdient’ sein Geld als Bankräuber. Bei der Flucht wird er von einem Cop namens Avery erschossen. Avery, der Sohn eines Richters, macht nicht zuletzt durch die Ausbeutung seiner Heldengeschichte um die Tötung des Bankräubers und seinem Eintreten gegen die korrupten Beamten in seiner Dienststelle Karriere. Sein Sohn AJ entwickelt sich zu einem typischen ‚Reiche Leute – Kind’, er nimmt Drogen, feiert Parties und ist selbstsüchtig. In der Schule freundet er sich mit einem Jungen an, der kaum soziale Kontakte hat und den er zu Drogendeals anstiftet. Dieser Junge stellt fest, dass AJ der Sohn des Mannes ist, der einst seinen Vater getötet hat. Er beschafft sich eine Waffe und läuft Amok.

Fazit:
The Place Beyond the Pines ist ein ambitionierter Film über die Zufälligkeit, aber gleichzeitig auch Unentrinnbarkeit von Lebenswegen und über die Schuld der Väter am Schicksal ihrer Söhne.
Der Film ist formal sehr stringent als Tryptichon angelegt. Es gibt drei Stories: Lukas und seine (zufällige) Karriere krimineller Outlaw, den Aufstieg des (selbstgerechten) Avery und die (schicksalhafte) Beziehung zwischen ihren Söhnen.
Trotz der formalen Strenge lebt der Film vor allem von der schauspielerischen Leistung von Ryan Gosling, der leider mit dem Ende des 1. Teils aus dem Film ausscheidet. Zusammen mit Ben Mendelsohn als seinem Helfer verkörpert er Perfekt den Typus des White Trash. Auch das Setting (Schenectadyin N.Y.) unterstützt die Wahrnehmung der Armut als unentrinnbares soziales Stigma.
Der 2. Teil flacht emotional deutlich ab. Hier versucht das Drehbuch zu viele Handlungsstränge und Figuren abzudecken.
Der 3. Teil wird von den beiden authentischen Jungdarstellern dominiert. Die Fokussierung zurück auf das Zwischenmenschliche ohne viel Firlefanz drumherum tut der Story gut.

Insgesamt ist Derek Cianfrance ein formal sehr interessanter Film mit guten Schauspielern gelungen. Allerdings ist dem Film eine gewisse Überambitioniertheit anzumerken, die zT vom Kernthema ablenkt. Ansehen lohnt sich auf jeden Fall, man muss allerdings etwas Geduld mitbringen.

Subjektive Bewertung:
4 Sterne (von max. 5).

IMBD:
Aktuell 7,7 (von 10), ein sehr guter Wert.

Anm.: Die Synchro kann ich nicht beurteilen, da ich den Film im amerikanischen Original in den USA gesehen habe.

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Bildquelle: wikipedia; Tom Sorensen, Actor Ryan Gosling arrives at Warner Bros. Pictures' 'Gangster Squad' premiere at Grauman's Chinese Theatre on Monday, January 7, 2013 in Hollywood, California.; licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.

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